Das Kunstmuseum Ravensburg fügt sich mit seiner rauen Fassade aus historischen „Secondhand“-Ziegeln eines belgischen Klosters selbstverständlich in die mittelalterlich geprägte Altstadt ein. Hinter der scheinbar alten Mauerwerksschale verbergen sich jedoch modernste Technik: eine 24 Zentimeter starke hinterlüftete Dämmung macht das kompakte Gebäude zum weltweit ersten Passivhaus-Museum.
Das Kunstmuseum Ravensburg (wa-2010820) ist ein Neubau. Und doch wirkt es so selbstverständlich im dichtbebauten, mittelalterlich geprägten Stadtzentrum von Ravensburg, als ob es dort schon seit langer Zeit stehen würde.
Das Stuttgarter Büro LRO hat den Wettbewerb mit einem Grundriss gewonnen, der auf dem kleinen Grundstück eine maximale Ausstellungsfläche ermöglicht. Die daraus resultierende kompakte Gebäudeform hätte in ihrem Umfeld leicht problematisch werden können. Doch durch die Verkleidung mit der rauen, weitgehend geschlossenen Mauerwerksschale wirkt der Neubau geradezu „historisch“. Die Ziegel des Mauerwerks sehen dabei nicht nur alt aus. Sie sind es auch. Arno Lederer hat die handgefertigten „Secondhand“-Ziegel, die aus einem alten belgischen Kloster stammen, bewusst ausgewählt. Und: Die historischen Backsteine schmücken nicht nur die Außenfassade. Als Höhepunkt der Innenraumgestaltung tauchen sie an einem asymmetrischen Kappengewölbe im zweiten OG nochmals auf. Hinter der fast mittelalterlich wirkenden Fassade verbirgt sich übrigens eine 24 cm starke, hinterlüftete Wärmedämmung. Auch innen gibt es weitere modernste Gebäudetechnik und trotz geringer solarer Gewinne ist das Kunstmuseum das „erste Passivhaus-Museum weltweit“.
LRO GmbH & Co. KG
Fotos: Roland Halbe
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