Eine umfassende Sanierung im mecklenburgischen Dorf Madsow stellt ein Vorzeigeprojekt für die gelungene Verbindung von historischem Erhalt und moderner Wohnkultur dar. Aufwendig saniert wurden die Häuser 19–21, 1927 in typischer preußischer Bauweise als Schweinestall errichtet. Bereits Anfang der 1930er-Jahre erfolgte die Umnutzung in vier Wohneinheiten. Mitte der 1990er-Jahre setzte nach Jahrzehnten der Nutzung der Verfall ein, begleitet von Leerstand und dem teilweisen Ausschlachten der Bausubstanz. Die größte bauliche Veränderung betraf das ehemalige Futterlager im Dachgeschoss. Um die lichte Höhe für Wohnräume zu schaffen, wurde das Dach komplett angehoben – eine Herausforderung für die Statik. Eine auf acht Punktfundamenten ruhende Stahlkonstruktion im Inneren des Gebäudes dient als Tragwerk für das neue Dach. Dessen Tragschale besteht aus in die Stahlkonstruktion eingeschobenen Brettschichtholzplatten. Nicht ohne Grund ist das neue Dach das Herzstück der Sanierung. Einerseits verbindet seine Konstruktion technische Präzision mit ästhetischem Anspruch, andererseits sorgt ein umlaufendes Lichtband für großzügige Tageslichtnutzung und verleiht dem Gebäude eine besondere Leichtigkeit. Da die neue Dachkonstruktion im Trauf- und Ortgangbereich weit auskragt, wurde nur die über den bewohnten Bereichen liegende Dachfläche wärmegedämmt.

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