hervorspringen. Im Berliner Quartier Friedenauer Höhe wird ein klassisches Bau-Dilemma intelligent gelöst: Klinkerriemchen sorgen für eine robuste, zugleich leichte Fassade entlang der S-Bahn-Trasse. Ein Wechsel aus hellen und dunklen Ziegeln sowie dreidimensional gegliederte Elemente brechen die Länge des Gebäudes auf und verleihen ihm eine markante, lebendige Struktur.
Bei der Planung des Quartiers Friedenauer Höhe in Berlin stand man vor einem klassischen Dilemma des modernen Großsiedlungsbaus: Die Fassade muss widerstandsfähig sein, da der Gebäuderiegel direkt an der stark frequentierten S-Bahn-Trasse liegt. Feinstaub und Witterung würden einer Putzfassade hier binnen weniger Jahre zusetzen. Gleichzeitig würde ein massives zweischaliges Mauerwerk bei dieser enormen Fläche die Kosten für Statik und Unterkonstruktion in die Höhe treiben. Der Einsatz von Klinkerriemchen am Wilmersdorfer Objekt ist das Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse. Denn Riemchen reduzieren das Gewicht der Fassade deutlich. Das senkt die Anforderungen an das Tragwerk und spart Beton und Stahl.
Gestalterisch barg die schiere Länge des Gebäuderiegels die Gefahr städtebaulicher Monotonie. Um die mehrere hundert Meter lange Front entlang der Gleise optisch aufzubrechen, entwickelte das Planungsbüro Grüntuch Ernst Architekten BDA in Zusammenarbeit mit Hagemeister ein Konzept basierend auf Kontrast und Dreidimensionalität. Zum Einsatz kamen helle Klinkersor-tierungen (Weimar, Farsund) im Wechsel mit dunklen Bränden (Manchester, Liverpool). Entscheidend für die Wirkung ist auch die Geometrie: Die Fassade ist in geschosshohe, leicht trapezförmige Elemente gegliedert, die wie Schindeln dreidimensional hervorspringen.
Grüntuch Ernst Architekten BDA
Fotos: Hagemeister GmbH & Co. KG
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