Multifunktionsarena Frankfurt – Forderung Architekturwettbewerb

Die geplante Multifunktionsarena am Waldstadion ist ein Projekt mit überregionaler und hoher stadträumlicher Bedeutung. Deshalb braucht es ein transparentes Architekturwettbewerbsverfahren nach RPW. Nur so werden baukulturelle Qualität, Vergleichbarkeit der städtebaulichen und architektonischen Konzepte und die Potenziale dieses Standorts für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar und öffentlich sichtbar.

Mit Besorgnis nimmt der BDA die Mitteilung über die europaweite Ausschreibung der Generalplanungsleistungen für die frühen Leistungsphasen der Planung für die Multifunktionsarena am Waldstadion zur Kenntnis. Es ist zu fragen, ob bei einer Beauftragung eines Generalplanungsunternehmens bereits in den ersten Leistungsphasen die inhaltliche Auseinandersetzung mit Architektur und Stadtraum ausreichend gesichert ist. Eine Planung ohne die Diskussion über grundsätzliche Alternativen kann nicht den Ansprüchen an eine Arena genügen, die den professionellen Hallensport stärken und zugleich Veranstaltungsort für nationale und internationale Kultur- und Sportereignisse sein soll. Denn diese Arena wird Stadtraum, Identität und Baukultur über Jahrzehnte prägen.

Der BDA Frankfurt fordert daher die Durchführung eines mit der Hessischen Architekten- und Stadtplanerkammer abgestimmten Architekturwettbewerbs nach RPW. Ein Wettbewerbsverfahren sichert auf transparente Weise, dass die am besten für Ort und Bauaufgabe geeignete Lösung hinsichtlich funktionaler, städtebaulicher und gestalterischer Aspekte gefunden wird und eine qualitätsorientierte Auswahl durch eine unabhängige Jury gewährleistet wird.

Wettbewerbe sind stets die Grundlage für neue architektonische Positionen – hier können gerade junge Büros belebend und innovativ wirken: Sie bringen neue Perspektiven in die Stadt und die Gesellschaft ein, stoßen Debatten an und erweitern das Spektrum der Entwurfsansätze. Genau wie im Sport geht es hier auch um die Nachwuchsförderung in beruflichen Disziplinen. Diese Wirkung junger Büros darf bei einer Bauaufgabe dieser Bedeutung nicht übergangen werden. Mit der aktuellen Verfahrenswahl wird nicht nur die Förderung junger Büros strukturell erschwert, sondern auch der zentrale Anspruch Frankfurts an Baukultur untergraben.

Frankfurt hat sich mit seinem Leitfaden für Wettbewerbskultur klar zur Baukultur bekannt. Gerade deshalb darf von den im Leitfaden festgehaltenen Grundsätzen nicht abgewichen werden. Alles andere als ein offenes und qualitätssicherndes Wettbewerbsverfahren, das architektonische Qualität, Transparenz und Nachwuchsförderung gleichermaßen ernst nimmt, wird weder der Bauaufgabe noch Frankfurt gerecht.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf die Ausstellungseröffnung „BDA Architekturpreis für junge Architektinnen und Architekten max40“ am 27.2.2026 im DAM hinweisen. Dort werden prämierte Werke junger Architektinnen und Architekten aus 10 Bundesländern ausgestellt. Die Ausstellung zeigt, wie wesentlich der Beitrag der nächsten Generation in puncto Innovationsfreudigkeit und der Förderung der Baukultur sein kann und so letztlich der Weiterentwicklung der Gesellschaft dient.

Peter D. Rodriguez und Marius Mersinger
für den BDA Frankfurt

Vorstand BDA Frankfurt
Frank Brammer | Alexandra Geiseler | Kristian Hüsen | Benjamin Jourdan | Volker Kilian | Marius Mersinger | Sebastian Pfau | Peter D. Rodriguez | Antje Voigt

www.bda-hessen.de