Architektur entfaltet ihre Wirkung dort, wo Menschen Räume erleben. Angesichts von Bestandsentwicklung, steigenden Baukosten, Digitalisierung und wachsendem Ressourcenbewusstsein rückt die Qualität des Innenraums zunehmend in den Mittelpunkt. Wie können Räume Gesundheit, Wohlbefinden, Orientierung und Gemeinschaft fördern und zugleich gestalterisch überzeugen? Der Innenarchitektur-Summit 2026 widmet sich unter dem Leitthema „Ästhetik & Gesundheit“ genau diesen Fragen und zeigt, warum gute Innenarchitektur weit mehr ist als Ästhetik: Sie ist ein zentraler Bestandteil zukunftsfähiger Baukultur.
Die Debatte über die Zukunft des Bauens hat sich verändert: Heute sprechen wir über die Transformation des Bestands auch im Wohnungsbau, steigende Baukosten und wie wir mit weniger Material auskommen, über die Digitalisierung des Bauwesens und KI und letztendlich auch über die Qualität und Baukultur.
Bei all diesen wichtigen Themen entscheidet sich im Innenraum, ob Architektur ihren Zweck erfüllt. Im Innenraum verbringen Menschen den überwiegenden Teil ihres Lebens. Hier beeinflussen Räume Kommunikation, Produktivität, Orientierung, Begegnung und Wohlbefinden. Wer über Baukultur spricht, muss deshalb auch über Innenarchitektur sprechen.
Innenarchitektur verbindet Funktion und Ästhetik mit Gesundheit, Wohlbefinden und gesellschaftlicher Verantwortung. Sie entwickelt Lösungen für den Bestand, schafft Orientierung in komplexen Gebäuden, ermöglicht Inklusion, reduziert Ressourcenverbrauch und gestaltet Orte, die Menschen zusammenbringen.
Gerade in einer Zeit, in der wir darauf zusteuern, weniger neu zu bauen und stattdessen den Bestand intelligent weiterzuentwickeln, rückt die Qualität des Innenraums stärker in den Mittelpunkt.
Mit dem Innenarchitektur-Summit 2026 rücken wir genau diese Perspektive in den Fokus. Unter dem Leitthema „Ästhetik & Gesundheit – Wie Innenarchitektur unser Wohlbefinden beeinflusst“ diskutieren Planende, Wissenschaft, Politik und Industrie darüber, welchen Beitrag Innenarchitektur für eine lebenswerte Zukunft leisten kann. Dabei geht es bewusst nicht um Gesundheit als isoliertes Fachthema, sondern um die grundsätzliche Frage, wie Räume auf Menschen wirken. Wie unterstützen sie Heilungsprozesse? Wie schaffen sie Gemeinschaft? Wie fördern sie Konzentration? Und wie gelingt es, all diese Anforderungen mit gestalterischer Qualität und verantwortungsvollem Ressourceneinsatz zu verbinden?
Dieser Ansatz ist ebenso einfach wie anspruchsvoll: Gute Innenarchitektur ist kein Luxus. Sie ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Denn Architektur endet nicht an der Fassade – sie entfaltet ihre Wirkung dort, wo Menschen Gebäude erleben.
Diese Haltung spiegelt sich auch im Deutschen Innenarchitektur-Preis wider. Als einziger bundesweiter Preis, der sich ausschließlich der Innenarchitektur widmet, macht er die gestalterische und gesellschaftliche Kraft unserer Disziplin sichtbar.
Die Resonanz auf die diesjährige Auslobung hat uns überwältigt: Knapp 250 Projekte wurden eingereicht und zeigen die ganze Bandbreite heutiger Innenarchitektur – von Bildungs- und Gesundheitsbauten über Arbeitswelten bis hin zu innovativen Lösungen im Bestand. Diese beeindruckende Beteiligung hat uns bestärkt: Der Deutsche Innenarchitektur-Preis wird künftig jährlich ausgelobt.
Damit schaffen wir mehr Kontinuität und Sichtbarkeit für herausragende Projekte, die zugleich wichtige Impulse für die gesamte Planungs- und Baukultur geben.
Wenn wir über die Zukunft des Bauens sprechen, sollten wir deshalb den Innenraum nicht als letzten Schritt eines Projekts betrachten, sondern als seinen eigentlichen Zweck. Gebäude entstehen für Menschen. Und genau dort, wo Menschen Räume erleben, arbeiten, lernen, wohnen oder gesund werden, entfaltet Innenarchitektur ihre größte Wirkung.
Darüber möchten wir beim zweiten Innenarchitektur-Summit vom 13. bis 15. November 2026 in Berlin mit Planenden, Wissenschaft, Politik und Industrie ins Gespräch kommen. Ich lade alle herzlich ein, diese Diskussion mit uns zu führen.
Professor Carsten Wiewiorra
Präsident bdia bund deutscher
innenarchitektinnen und innenarchitekten




