Die Bauwende ist kein fernes Ziel, sondern eine unmittelbare Aufgabe. Sie verlangt nach Lösungen, die klimapolitischen Anspruch und technische Machbarkeit miteinander vereinen. Der Gebäudesektor steht dabei im Zentrum der Transformation, denn er ist nicht nur einer der größten Energieverbraucher, sondern zugleich ein Schlüsselfeld für Innovation und Ressourceneffizienz.

Genau hier setzt die Bauart der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) an.

Seit Jahrzehnten hat sie sich als robustes, flexibles und ästhetisch vielseitiges System etabliert. Doch ihre wahre Stärke liegt heute in ihrem Potenzial, sich weiterzuentwickeln: zur Funktionsfassade, einem intelligenten Bauelement, das Energie erzeugt, speichert und reguliert und damit selbst zum aktiven Bestandteil nachhaltiger Gebäude und Stadtentwicklung wird.

Die VHF steht für einen Paradigmenwechsel im Bauwesen. Sie vereint technologische Innovation mit gestalterischer Freiheit und funktionaler Effizienz. Durch ihre konstruktive Trennung von Tragwerk, Wärmedämmung und Bekleidung ermöglicht sie nicht nur eine hervorragende bauphysikalische Performance, sondern auch hohe Flexibilität im Lebenszyklus des Gebäudes. Sie lässt sich einfach demontieren, sanieren oder recyceln. Eigenschaften, die sie zum Vorreiter der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen machen.

Die Zukunft der VHF eröffnet Möglichkeiten, die weit über technische Vorteile hinausgehen.

Mit der Integration moderner Energie- und Steuerungssysteme wird sie zur Funktionsfassade, zur aktiven Hülle, die mitdenkt und mitarbeitet. Photovoltaik-Module, Lüftungs- und Speichertechnologien, Begrünungselemente und Sensorik machen die Fassade zu einem intelligenten Interface zwischen Innenraum und Umwelt. Sie ist nicht länger nur Schutz und Gestaltungselement, sie wird zum funktionalen Systembaustein im ganzheitlichen Gebäudekonzept.
Als Fachverband für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (FVHF e.V.) begleiten wir diesen Wandel mit gebündelter Expertise und der Leidenschaft für Innovation. Über 90 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Planung und Ausführung stehen gemeinsam für Qualität, Nachhaltigkeit und technologische Weiterentwicklung. Unsere Aufgabe verstehen wir darin, Brücken zu bauen, zwischen Forschung und Praxis, zwischen Marktanforderungen und politischen Rahmenbedingungen, zwischen Energieeffizienz und architektonischer Freiheit.

Denn nur wenn Wissenstransfer gelingt, entstehen Lösungen, die dauerhaft wirken. Dabei richten wir den Blick bewusst auf die großen Themen unserer Zeit: Energieeffizienz, CO2-Reduktion, Ressourcenschonung und klimaneutrales Bauen. Die Bauart VHF und noch stärker die Funktionsfassade, ist ein Schlüssel dafür.

Die Herausforderungen sind tatsächlich gewaltig. Der Gebäudesektor muss seinen CO2-Ausstoß drastisch senken, Materialflüsse müssen in Kreisläufen gedacht und Städte an veränderte Klimabedingungen angepasst werden. Zugleich wächst der Druck, bezahlbaren Wohnraum und hochwertige Architektur miteinander zu vereinen. In dieser Gemengelage bietet die VHF eine Lösung, die technologische Intelligenz, gestalterische Vielfalt und ökologische Verantwortung miteinander verbindet.

Auch 2026 lobt der FVHF wieder den renommierten Deutschen Fassadenpreis für VHF aus. Prämiert werden Projekte, die in Gestaltung, Planung und Ausführung Maßstäbe setzen und beispielhaft für Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit im Fassadenbau stehen. Erstmals wird in diesem Rahmen auch ein Sonderpreis Holz verliehen.

Alle Architektinnen und Architekten sowie Planerinnen und Planer sind eingeladen, ihre herausragenden Projekte bis 29. Mai 2026 einzureichen. Informationen finden sich auf der Website des FVHF unter www.fvhf.de.