Das Beste an meinem Beruf ist ...
... sich mit der Literatur der Architektur- und Stadtbaugeschichte auseinanderzusetzen und daraus Lehren für das eigene Entwerfen ziehen zu können.

Der wichtigste Rat für meine berufliche Karriere war ...
... vielleicht, dass mir mein Vater, Hermann Mäckler, als erfolgreicher Architekt in den 1960er-Jahren vom Beruf des Architekten abriet, weil er schon damals empfand, dass gute Bauwerke nur noch schwer zu realisieren seien.

Erst kürzlich entdeckt habe ich, ...
... wie wunderbar es ist, wenn uns ein architektonischer Raum gelingt, den seine Besucher bewundern, weil sie ihn als schön empfinden.

Als Glück empfinde ich ...
... an einem schönen Platzraum in irgendeiner europäischen Stadt zu sitzen und mich ganz dem städtischen Treiben hingeben zu können.

Gar nicht leiden kann ich ...
... Planungen von Stadtquartieren, die jeden gut proportionierten Stadtraum vermissen lassen und die traurige Qualität dieser Planung ausschließlich mit Begriffen wie „Schwammstadt“ oder ähnlichem zu begründen sucht.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ...
... wir in Zukunft auch wieder Stadtquartiere entwerfen werden, die dem Bedürfnis unserer Gesellschaft entsprechen, in lebenswerten Stadtquartieren mit schönen öffentlichen Platz- und Straßenräumen leben zu können.

Wenn es mal nicht so rund läuft ...
... und dies kommt in unserem Berufsleben in letzter Zeit öfter vor, denke ich an den BDA.

Zuletzt staunte ich ...
... über den scheinbar gendergerechten Titel „Die Architekt“ und die amerikanische Kappe des Präsidenten, mit der dieser offenbar glaubt, die Interessen der Mitglieder unseres Verbandes in der Öffentlichkeit nachhaltig vertreten zu können.

Was ich witzig ..
... nein, für die Seriosität unseres Berufsverbandes als eher sehr traurig empfinde, ist, dass ein so geistreicher Architekt wie Arno Lederer nie mit dem großen BDA-Preis ausgezeichnet wurde.

Was ich gar nicht gut kann, ist ...
... ist mit meiner Meinung „hinterm Berg“ zu halten.

Ich gebe mich gerne der Illusion hin, dass ...
... derartige Meinungsäußerungen unschädlich seien.

Wenn ich zum Fenster an meinem Arbeitsplatz hinausschauen, sehe ich ...
... über den Main Frankfurts auf die Türme der Stadt, den Bartholomäus Dom, die Paulskirche, viele von uns geplante Hochhäuser, den Turm der Europäischen Zentralbank von Wolf Prix (wa-2007878) und auf den 1944 im Krieg zerstörten Rathausturm Frankfurts, für dessen Wiederaufbau, der in den nächsten Wochen und Monaten erfolgt, ich mit dem von mir gegründeten Frankfurter Brückenbauverein 1,7 Millionen Euro von über 1.400 Spenderinnen und Spendern einsammeln konnte.

Last but not least:
Sie haben 2005 den Wettbewerb für das
Terminal 3 in Frankfurt gewonnen (wa-2008424). Nun, über 20 Jahre später, steht die Eröffnung kurz bevor. Wie ist es Ihnen gelungen, transitorische Flughafenräume zu einem Lebensraum mit geradezu städtischer Qualität zu transformieren, der sogar Assoziationen zu Mies van der Rohes Nationalgalerie zulässt, ohne Kompromisse bei Funktionalität und Modularität einzugehen?
Vielleicht, weil mir der gut gemeinte Rat meines Vaters, Hermann Mäckler, nicht Architektur zu studieren, noch mehr Anstrengung abverlangte.

Skizze Terminal 3 Frankfurt © Mäckler Architekten
Terminal 3 Frankfurt © Mäckler Architekten
Terminal 3 Frankfurt | Mäckler Architekten © HGEsch
Christoph Mäckler © Karen Grubitzsch

Christoph Mäckler
1951 in Frankfurt am Main geboren, leitet dort
seit 1981 das Büro MÄCKLER ARCHITEKTEN. Als Professor für Städtebau an der TU Dortmund (1998 – 2018) gründete er 2008 das Deutsche Institut für Stadtbaukunst und berät als Architekt und Städtebauer zahlreiche Städte. Mit kritischen Beiträgen bringt er sich immer wieder in die zeitgenössische Architektur- und Städtebaudebatte ein.
Zu seinen Schlüsselbauwerken zählen der OpernTurm, die Kunsthalle Portikus ebenso wie das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt am Main (wa-2013547), das Zoofenster in Berlin sowie das Terminal 3 am Flughafen Frankfurt (wa-2008424).

Mäckler Architekten