Das Beste an meinem Beruf ist ...
... dass ich meinem Gestaltungsdrang freien Lauf geben darf.
Der wichtigste Rat für meine berufliche Karriere war ...
... mich nicht zu sehr von Normen und Vorschriften einschüchtern zu lassen und einfach das zu entwerfen, was man für richtig hält.
Erst kürzlich entdeckt habe ich, ...
... dass man mit Intuition und einem kleinen Team auch große Wettbewerbe gewinnen kann ohne sich dabei kaputt zu machen.
Als Glück empfinde ich ...
... wenn ich meinen Tag mit Gestalten verbringen kann.
Gar nicht leiden kann ich ...
... wenn jemand sagt: „So was würde man in Deutschland so nie bauen können.“
Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ...
... man von guter Architektur auch leben kann.
Wenn es mal nicht so rund läuft ...
... ruf ich meine Mutter an.
Was ich gar nicht gut kann, ist ...
... schlafen, wenn ich über einen spannenden Entwurf nachdenke, und wach bleiben, wenn ich von etwas gelangweilt bin.
Ich gebe mich gerne der Illusion hin, dass ...
... man sich irgendwann nur noch mit dem Entwerfen beschäftigen kann und alles andere abgeben kann.
Wenn ich zum Fenster an meinem Arbeitsplatz hinausschauen, sehe ich ...
... Mülltonnen.
Last but not least:
Mit Ihrem Wettbewerbserfolg "Tor zur Literatur" in Marbach präsentieren Sie zwei Gebäude, die in einer sehr leichten, antimonumentalen Formsprache daherkommen und sich nicht nur leicht in den Kanon der ikonischen Bestandsgebäude eingliedern. Es gelingt Ihnen außerdem noch, durch die gegenläufige Auffaltung in „öffentlichere“ und „privatere“ Räume zwei entscheidende Erfahrungsqualitäten von Literatur räumlich zu inszenieren: das Intime des Lesens und das Kommunikative des Austausches. So macht die architektonische Form den Kern von Literatur räumlich erfahrbar. Tritt hier also auch der Installationskünstler Gustav Düsing zu Tage?
Ja absolut – die Form und Geometrie habe ich direkt aus meiner Installation „Picknick“ abgeleitet, die sich mit dem schönen Ritual einer minimalen Modifikation einer natürlichen Umgebung beschäftigt, um ein soziales Zusammenkommen zu ermöglichen und gemeinsam die Natur zu genießen.
Die Frage ist, wie viel Architektur brauchen wir wirklich und wie können wir menschengemachten Raum und Natur gemeinsam denken, bzw. wie kann man eine Ko-Existenz gestalterisch thematisieren?
Ich finde es spannend, auf bereits entstandenen Arbeiten aufzubauen und diese in einen größeren Maßstab und einen anderen Kontext zu übertragen und weiterzuentwickeln.

Gustav Düsing
Gustav Düsing ist ein in Berliner Architekt, der an der Universität Stuttgart und der Architectural Association in London studierte. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, u. a. auf der Antarctic Biennale (2017), und mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Architekturpreis 2023, der DAM Preis 2024 und der Rompreis für Architektur 2020. 2020/21 war er Artist-in-Residence an der Villa Massimo in Rom. Gemeinsam mit Max Hacke erhielt er 2024 den EUmies Award.
Seit 2015 lehrt er an verschiedenen Universitäten darunter die TU Braunschweig, Roma Tre und Cornell APP. 2024 wurde er zum Gastprofessor an der Universität der Künste Berlin (UdK) berufen und ist derzeit Interimsprofessor sowie Leiter des Lehrstuhls für Baukonstruktion an der RWTH Aachen.




